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Projekte

Wohnanlage St. Antonius-Stiftung

Celerina, seit 2025

Modellfoto

«Einander zugewandte Häuserfronten in geselligen Gruppen»: 
Zwischen schachbrettartig stehenden Häusern sucht sich die Via Maistra ihren gekrümmten Weg. Aus einer Engstelle tritt sie heraus, durchquert diagonal einen Platz, erreicht die nächste Engstelle, um den nächsten Platz diagonal zu durchqueren usw. Dieses lebendige Gefüge beschreibt I.U. Könz anschaulich als «Gesellige Gruppen mit einander zugewandten Häuserfronten» rund um die alten Brunnenplätze. Ein solches Siedlungsbild inspiriert uns bei der Konzeption der neuen Häuser rund um die Antoniuskirche, weil es in der Vergangenheit des Ortes seine Wurzeln hat und für die Zukunft des Ortes ein Modell sein kann.

Zwar bildet diese historische Referenz einen eigentlichen Gegenentwurf zum Siedlungsmuster der Mehrfamilienhäuser im eingezäunten Abstandsgrün, wie es die unmittelbare Umgebung des Planungsperimeters prägt. Aber für lebendige, dichte Nachbarschaften ist es ein vielversprechendes Vorbild! Ganz knapp wären auch vier Vollgeschosse möglich innerhalb der zulässigen Gebäudehöhe. Beschränkt man sich auf drei, so bleibt die Kirche der bestimmende Höhenakzent, dem sich die Neubauten unterordnen. Die plastisch bewegte Form der Baukörper bildet mit dem gegliederten Kirchenbau ein Ensemble. Vor- und Rücksprünge von Altbau und Neubauten sind aufeinander abgestimmt, so dass gemeinsame Freiräume entstehen, welche der Kirchgemeinde ebenso wie der Bewohnerschaft offenstehen.

Situation
Modellfoto
Referenz

Engadinerhäuser

Referenz

Turmhäuser

Referenz

Bauernhäuser Graubünden

Erdgeschoss
1. Obergeschoss

Was macht den Wohnungsbau ortstypisch? Sulèr, Turmhaus, Casa Corridoio:
In den kanonischen Grundrissen des «Engadinerhauses» ist der «Sulèr» der Protagonist, jener kombinierte Erschliessungs- und Aufenthaltsraum, von dem aus die Wohnkammern und Küche abzweigen. Könnte das «Sulèr-Prinzip» auf heutige Wohnverhältnisse übertragen werden? Ausserdem inspirieren uns die Turmhäuser, die lange vor dem Engadinerhaus bestanden und im ganzen Bündner Siedlungsgebiet verbreitet sind. Gerade diejenigen Häuser, in deren Baugeschichte mehrere Türme zusammengewachsen sind, haben faszinierende Grundrisse. Wie eine urbane Wohnform (des Bürgerhauses) in eine bäuerliche Bautradition eingebettet werden kann, das haben Michael Alder und Diego Giovanoli in Soazza (Misox) untersucht. Die Typengrundrisse der «Case corridoio» inspirieren uns.

Die Wohnhalle: effizient & elegant:
Ortstypische Referenzen führen zur Entwicklung eines Hallengrundrisses, der räumlich stark determiniert ist, in der räumlichen Programmierung aber sehr offen bespielbar. Hallengrundrisse kommen ohne Verkehrsfläche aus, was sie erstaunlich effizient macht. Voraussetzung bleibt jedoch eine mindestens dreiseitige Orientierung, was hier aufgrund der Gebäudeform gegeben ist. Die Wohnhalle liesse darüber hinaus auch eine Überbelegung der Wohnung zu, indem ein Hallenflügel als Individualraum abgetrennt wird.  

Grundriss exemplarisch
Referenz

Andrea Palladio, Villa Ca‘Foscari, Mira, 1560

Modellfoto
Modellfoto
Ansicht von Südosten

Pro­jekt­da­ten

Adresse

Vietta Provizel, 7505 Celerina

Programm

18 Wohnungen, Einstellhalle

Bauherrschaft

St. Antonius-Stiftung

Auftragsart

1. Preis im Projektwettbewerb 

Projektleitung

Verdan Brasnic 

Projektteam

Max Ertle, Luis Friedemann, Maja Weidner, Márton Z.Szabó

Fachplanung und Beratung

Landschaftsarchitektur

Müller Illien Landschaftsarchitekten 

Tragwerk

DSP Ingenieure + Planer

Weitere Projekte

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Referenz
Referenz
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Erdgeschoss
1. Obergeschoss
Grundriss exemplarisch
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