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Projekte

Umnutzung «Wohnen im ehemaligen Bürohaus»

Zürich-Unterstrass, seit 2026

Die Verwandlung von «Office to Housing» ist ebenso relevant wie typisch: Die Wohnungsknappheit vielerorts, sowie der Wandel unserer Art zu arbeiten machen ungenutzte Büroflächen zu einer immer wichtiger werdenden Ressource für die Erreichung unserer Energieziele. Ausserdem sind unsere Stadtbilder dort reicher, wo das Vorleben weiterverwendeter Häuser spürbar bleibt und diese Orte werden rascher angeeignet und liebevoller behandelt. Trotz alledem fehlen die «Best Practice»-Beispiele für «Office to Housing» weitgehend – und wo es sie gibt, liegen sie meist im peripheren, für das Wohnen schwierigen Umfeld und nicht wie hier in einem attraktiven, innerstädtischen Wohnkontext. 

Bestand
Bestand
Bestand
Situation
Zwischengeschoss

Während Bürohäuser wenige zentrale Zugänge haben – der Repräsentation wegen und der Kontrolle – haben Wohngebäude viele dezentrale Treppenhäuser. Im Bürohaus fühlt man sich dem hier domizilierten Unternehmen zugehörig, im Wohnhaus dagegen der Nachbarschaft, mit der man sein Treppenhaus teilt. Deshalb wird das weitmaschige Wegnetz im Freiraum des Bürokomplexes zu einem engmaschigen Wegnetz für das neue Wohnumfeld ergänzt und besser verbunden mit dem Quartier. Durch die einladend breite Waltersbach-Passage führt neu der Weg hinauf in den Zugangshof und von dort zu den Treppenhäusern des Mitteltrakts. Im Gartenhof mit seinen grossen Bäumen sind die Wege geschwungen und verspielt angelegt, um dann allmählich anzusteigen und weit oben in den Beckenhof-Park zu münden. 

Regelgeschoss
Visualisierung: Filippo Bolognese Images

Die regelhafte Struktur des Vorgängerbaus gibt den Wohnungen einen ordnenden Rahmen. Die beiden mittleren Stützenreihen, die einst den Mittelgang der Zellenbüros in Längsrichtung flankierten, flankieren nun in Querrichtung die Tiefenausdehnung der Wohnung. Die Stützen werden aber auch deshalb in Szene gesetzt, weil sie Identität stiften, indem sie vom Vorleben des Gebäudes erzählen und damit die drei räumlichen Dimensionen um eine vierte, die Zeit, erweitern. 

Der neuen Wohnnutzung im dichten Stadtgefüge liegen andere Bedürfnisse zu Grunde als der ehemaligen Büronutzung. Diese gilt es zu beherzigen, um gute Lebensräume für möglichst viele Menschen und verschiedene Personengruppen zu schaffen und so auch dem Grundsatz der sozialen Nachhaltigkeit gerecht zu werden. Daher schlagen wir einen breiten Angebotsfächer vor. Dieser reicht vom kompakten Penthouse über den ­Dächern der Stadt über die Loftwohnung bis zum Town House. Auch sind so viele Wohnungen wie möglich zweiseitig ausgerichtet und wo immer möglich bieten sie Blicke in die Ferne. Ausserdem werden die relativ kompakten individuellen Wohnflächen durch ein vielfältiges kollektives Angebot, wie etwa den Dachgarten mit Gemeinschaftsküche oder den Gartenhof mit Spielangeboten, auf wertvolle Weise ergänzt. 

Grundriss Veranda-Wohnen
Visualisierung: Filippo Bolognese Images
Grundriss Waltersbach-Loft
Visualisierung: Filippo Bolognese Images

Pro­jekt­da­ten

Adresse

Stampfenbachstrasse 110, Waltersbachstrasse 5, Beckenhofstrasse 23, 8006 Zürich

Programm

116 Wohnungen, Gewerbe, Büro

Bauherrschaft

BVK

Auftragsart

1. Preis im Studienauftrag 2026, Generalplanung in Arbeitsgemeinschaft mit BGS & Partner Architekten

Nachhaltigkeits-Zertifizierung

SNBS Gold

Projektleitung

Micha Weber

Projektteam

Elias von Dombrowksi, Luis Friedemann, David Hauser, Alina Koch, Michael Nelson, Christian Ott

Fachplanung und Beratung

Baumanagement

BGS & Partner Architekten

Landschaftsarchitektur

Studio Céline Baumann

Tragwerk

Dr. Deuring + Oehninger

Bauphysik

EBP Schweiz

Haustechnik, Sanitär, Elektro

EBP Schweiz

Nachhaltigkeit

EBP Schweiz

Fassadenplanung

Lüchinger Meyer Partner

Bildnachweis

Visualisierungen: Filippo Bolognese Images 

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