Die Instandsetzung und Erweiterung des Bündner Naturmuseums bietet die Chance, darüber nachzudenken, wie das Museum von morgen aussehen wird. Es wird niederschwelliger sein als heute. In baulicher Hinsicht heisst das: Es wird mehr Vitrine und weniger Schutzbau sein, und in kuratorischer Hinsicht bedeutet es: Es wird mehr Wunderkammer und weniger Museum sein. Die Öffentlichkeit wird eingeladen, neugierig einzutreten und sich absichtslos umzusehen. Neue kuratorische Formate werden die bestehenden ergänzen – sofern sie die entsprechenden Möglichkeitsräume vorfinden. Diese werden wir durch verschiedene Massnahmen schaffen.
Viel Präsenz im öffentlichen Raum:
Dazu wird der Eingang verlegt. Künftig ragt er selbstbewusst ins Sichtfeld des Strassenraums. So bezeichnet er gestisch die öffentliche Widmung des Hauses und seine Zugänglichkeit.
Raum zum Staunen:
Ausserdem wird das bestehende Haus um ein zusätzliches Geschoss aufgestockt. Es eröffnet dank seiner stützenfreien Struktur und zenitalen Belichtung ganz neue Ausstellungsformate. Hier finden flächenextensive Exponate Platz, die dank grosser Raumhöhe auch von oben bestaunt werden können. Hier lassen sich sperrige Versuchsanordnungen aufbauen und bestaunen, etwa zur Veranschaulichung der Kräfte, die auf die Landschaft einwirken. Es bietet Raum für Events, welche die museale Aktivität in den gesellschaftlichen Diskurs tragen.
Museumsgarten:
Der Museumsgarten mit Café ersetzt die heutige Parkplatzfläche. Hier werden wetterfeste Exponate, welche die Neugier der Vorübergehenden wecken, ausgestellt. Im Schatten der lauschigen Bäume verweilt man gern entlang der schützenden Museumswand und verarbeitet die Eindrücke aus den Ausstellungen.
Gleichwertige barrierefreie Erschliessung:
In einer rasch alternden Gesellschaft wird der barrierefreie Zugang immer wichtiger. Barrierefrei ist der Zugang zu den Etagen grundsätzlich wohl schon heute, gleichwertig aber ist der Warenlift im «Back-of-the-House» durchaus nicht.
Nahbarkeit des Schutzlagers:
Erst der Blick ins Lager macht die Dimension der Kulturgütersammlung sichtbar. Die flächenbezogen grösste Erweiterung erfolgt sinnvollerweise unterirdisch und ausserhalb der Grundfläche des Bestandsbaus. Neu an den Museumsrundgang angebunden, bietet dies eine betrieblich optimale, kostenbewusste und nachhaltige Lösung.
Interaktive Erlebnisse:
Digitale Medien lassen Geschichten aufleuchten, öffnen Perspektiven und schaffen Momente sozialer Interaktion. Auf allen drei Bestandsgeschossen grenzen Versammlungsräume unmittelbar an die Ausstellungsräume und erweitern den klassischen Ausstellungsbesuch: Sie bieten Platz für neue Formate, gemeinsames Lernen und lebendige Begegnungen. Das neue Museum entfaltet sich als Raum des Austauschs und der Entdeckung – immersiv, interaktiv und zum Mitmachen.









